Steckertypen

Für das Laden mit Wechselstrom hat sich in Deutschland der Typ-2-Stecker durchgesetzt. Dementsprechend setzt auch der Ladeverbund Franken+ bei neuen Ladesäulen ausnahmslos auf diese Technologie. Dennoch sind in Deutschland und im Ausland noch verschiedenste Steckertypen im Einsatz.

Bei der Schnellladung mit Gleichstrom gibt es dagegen zwei konkurrierende Systeme. Es ist noch nicht ersichtlich, welcher Standard sich langfristig durchsetzen wird.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu den verschiedenen Ladesteckern. Das Stecksystem von Tesla wird hier nicht weiter berücksichtigt, da nur Tesla-Fahrzeuge an diesen sogenannten Superchargern laden können.

Der Typ-2-Stecker nach DIN EN 62196-2 Norm wurde vom Hersteller Mennekes speziell für Elektroautos mit AC-Ladung entwickelt. Deshalb wird er auch manchmal als "Mennekes-Stecker" bezeichnet. Die Ladesäulenverordnung des Bundes schreibt diese Ladesteckvorrichtung bis 2017 verpflichtend für alle neu errichteten öffentlichen Ladepunkte vor.

Mit seinen einphasigen bis dreiphasigen Anschlüssen unterstützt der Typ-2-Stecker den Lademodus 3 mit Ladeströmen von bis zu 63 A. Es sind Ladeleistungen von maximal 43,5 kW möglich (dieser Wert wird oft auf 44 kW aufgerundet). Im einphasigen Betrieb unterstützt der Typ-2-Stecker aber auch niedrigere Ladeleistungen.

Was die Technik angeht, orientiert sich der Typ-2-Stecker am CEE-Stecker. Er hat allerdings entscheidende Vorteile:

  •  Verbesserte Handlichkeit
  •  Kommunikationsschnittstelle
  •  Spannungsfreiheit
  •  Stations- und fahrzeugseitige Verriegelungsfunktion
  •  Je nach Belegung der Leistungskontakte auch für DC-Low-Ladung geeignet

Beim Typ-1-Stecker handelt es sich um einen einphasigen Stecker, der Ladeleistungen bis zu 7,4 kW (230 V, 32 A) möglich macht. Er wurde im Jahr 2009 für das nordamerikanische Einphasen-Dreileiternetz konzipiert. Der Standard wird insbesondere bei Automodellen im asiatischen Raum verwendet und ist in Europa eher unüblich.

Fahrzeuge mit einem Typ-1-Stecker können mit einem speziellen Kabel auch an Typ-2-Ladesäulen, die in Deutschland Standard sind, laden.

Das SchuKo-Stecksystem findet sich meist in Haushalten wieder und ist nicht speziell für die Elektromobilität entwickelt worden. Es ist daher nur begrenzt für eine Aufladung eines Elektroautos geeignet. Durch die einphasige Wechselspannung von 230 V und einer Absicherung von meist nur 10 Ampere lassen sich dauerhaft maximal 2,8 kW übertragen. Der Ladevorgang dauert so mehrere Stunden. Diese Dauerbelastung kann zu einer Überhitzung des Systems führen.

Obendrein ist keine Kommunikation zwischen Ladequelle und Fahrzeug möglich. Das SchuKo-Stecksystem wird über kurz oder lang durch den Typ-2-Stecker ersetzt werden, wie er von der EU auch als Standard vorgeschrieben ist.

 

 

Der CCS-Stecker ergänzt den Typ-2-Stecker mit zwei zusätzlichen Leistungskontakten um eine DC-Schnellladefunktion. Er unterstützt mit nur einem Stecker die AC- und die DC-Ladung. Durch diese Technik sind fahrzeugseitig keine zwei Ladevorrichtungen mehr notwendig.

Mit der DC-Schnellladung sind Ladeleistungen von bis zu 170 kW möglich. DC-Ladestationen mit einem Combined Charging System sind für Ladeleistungen von 50 kW für kleine Batterien um die 20 kWh mit Nennspannungen von ungefähr 400 V vorgesehen. Die nächste Generation an Schnellladestationen soll dagegen eine Ladeleistung von mindestens 150 kW unterstützen, um auch größere Akkus weiterhin innerhalb von 30 Minuten vollständig nachladen zu können.

Das CHAdeMO-Ladesystem wurde in Japan entwickelt und ist ein Akronym für „Charge de move“. Es ist das derzeit am weitesten verbreitete Gleichstrom-Schnellladesystem und wird vor allem in Japan, Frankreich, Großbritannien und den USA eingesetzt. Der CHAdeMO bietet alle Voraussetzungen für das bidirektionale Laden und kann eine Ladeleistung von bis zu 62,5 kW erreichen.